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Lorey in Frankfurt am Main
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Die Geschichte von Lorey

1. & 2. Generation:

Johann Christoph Braun (1770 - 1836) & Johann-Georg Lorey (1807 - 1869)

Im Jahr 1837 übernimmt Johann-Georg Lorey (1807 - 1869) die 1796 gegründete Spenglerei seines Onkels Johann Christoph Braun (1870 - 1836). Der kleine Betrieb befindet sich im II. Quartier, der heutigen Borngasse. Die Firma spezialisiert sich auf die Herstellung von hochwertigen Haushaltswaren und Vogelkäfigen, die in eigener Werkstatt gefertigt werden.

3. Generation:

Johann-Balthasar Lorey (1842 – 1902) & Anna-Katharina Lorey

Johann-Balthasar Lorey (1842 – 1902) folgt der Tradition seines Vaters und Uronkels und erlernt das Handwerk eines Spenglers. Als sein Vater mit 62 Jahren verstirbt, steht Johann-Baltasar mit 27 Jahren in der vollen Verantwortung. An seiner Seite hat er zwei starke Frauen, die ihn unterstützen: Zuerst Mutter Salome, später Ehefrau Ann-Katharina (geb. Reutlinger). Das damalige Sortiment umfasste unter anderem Haus- und Küchengeräte, verzinnte Seih- und Schöpflöffel, Wärmflaschen und verzinkte Mottenkisten.
Ab 1870 bekommt Frankfurt Gas- und Wasserleitungsnetze. Ein Boom auf Badewannen und Herde setzt ein, dadurch expandiert Lorey schnell. Johann-Balthasar Lorey stirbt 1902 und hinterlässt das Geschäft und die Werkstatt seiner Frau Anna-Katharina Lorey und den drei gemeinsamen Töchtern.

4. Generation:

Arnold Keller, 1873 – 1953, und Johanna Keller, geb. Lorey, 1876 – 1960

Arnold Keller wurde in Borne in Schlesien, in der Nähe von Breslau, geboren. Er war das 16. Kind seiner Eltern, die dort einen Gutshof besaßen. Er besuchte das Gymnasium in Breslau, entschied sich aber, schon damals voller Tatkraft, trotzdem für eine Laufbahn im Handel. Bei einer alten Breslauer Metallwaren-Großhandlung absolvierte er seine Lehrzeit und übernahm sehr früh schon für diese Firma eine Reisetätigkeit.

Danach arbeitete er für ein Haus in Elbing, um bald zu der damals bekannten Firma Bing in Nürnberg zu gehen, bei der er für den Außendienst engagiert wurde. In Vertretung von Bing - bedeutend in der Spiel- und Metallwaren-Branche - kam Arnold Keller dann auch nach Frankfurt. Auf seinem Termin- und Besuchskalender stand natürlich auch die Firma Lorey auf der Zeil. So lernte er Anna-Katharina Lorey, die Inhaberin kennen, bald aber auch Johanna, die zweite von drei Töchtern aus der Ehe mit Johann-Baltars Lorey.
Diese Bekanntschaft führte 1905 zur Eheschließung. Und da die Mutter ihre Tochter und auch ihr Geschäft in guten Händen sah, kam es zum Verkauf des Unternehmens an Arnold Keller. Nunmehr lautete der Firmenname: J.G. Lorey Sohn Nachfolger.

Kein Zweifel, Arnold Keller war ein Mann von großem Elan, von klaren Vorstellungen – aber seine Vision war ein Handelshaus von führender Größe. Daran und dafür arbeitete er mit bewundernswerter Ausdauer und neuen Ideen. Dazu gehörte auch eine damals im Einzelhandel noch durchaus unübliche zielbewusste Werbung. Hauskataloge gingen an die Frankfurter Kundschaft, es wurde mit Kochbüchern und Puppen-Kochbüchern geworben, Sonderdrucke, Preislisten, Briefe erreichten das europäische Ausland und auf den Messen wurden internationale Verbindungen geknüpft.

Schon 1905 und nochmals 1911 wurden an Lorey auf der Kochkunstmesse Medaillen und höchste Auszeichnungen vergeben. Immer stärker engagierte sich Arnold Keller auf diesem Sektor, stattete Hotels, Restaurants und Casinos aus. Noch immer waren Lorey’s berühmte Vogelkäfige eine Spezialität, nun in luxuriösen Ausführungen im Jugendstil mit handgravierten Scheiben… Daneben waren die Grude-Herde eine Lorey-Spezialität, die weltweit bis nach Jerusalem und die Vereinigten Staaten exportiert wurden.

1911 hatte Arnold Keller aus dem Geschäft an der Zeil ein so gut gehendes Unternehmen aufgebaut, dass er es wagen konnte, die großen, von Kaufmann Müller vor der Jahrhundertwende gebauten Häuser, Schillerstraße 16/Große Eschenheimer Straße 29, zu erwerben.

Der Sprung von der Zeil noch näher an die Hauptwache stellten die Häuser noch klarer, noch herausfordernder in das absolute Zentrum der Stadt. Seltsamerweise bestand auch das neue Domizil, wie das alte Stammhaus, das Patrizierhaus in der Schnurgasse, wieder aus zwei miteinander verbundenen Häusern. Die Geschäftsverlegung wurde großzügig mit halbseitigen Anzeigen in den Frankfurter Zeitungen angekündigt.

Seit 1908 erscheinen umfangreiche Kataloge von Lorey. Mit Kleinanzeigen steigert das Unternehmen seinen Bekanntheitsgrad und das Sortiment wächst weiter: Zu Haushaltswaren und –Geräten kommen Porzellan, Glas, Kristall, Kunstgewerbe und Silber hinzu.

1914 brach der Erste Weltkrieg aus. In diesen schwierigen Zeiten beschränkten sich die Geschäftsräume aus Souterrain, Erdgeschoss und 1. Stock. Im Übrigen war das Haus vermietet. Die Mieten waren von Arnold Keller als sicherer Rückhalt geplant. Eine Politik, die sich auch in späteren Zeiten bewährt hatte.

1918 wurde das vermietete Schmuckgeschäft in der Schillerstrasse übernommen. Man firmierte Lorey – Zum Schmuckkasten und sah, wie sich hier ein neues Angebot entwickelte. Während bis dahin immer noch die Metallwaren dominierten, wurde im Schmuckkasten auch feines Porzellan, Kunstglas und hochwertiges Kunstgewerbe verkauft.
Inzwischen wuchsen die Söhne Fritz und Karl heran, das Geschäft entwickelte sich prächtig.

1933, als die Nationalsozialisten das Regiment auch in Frankfurt übernahmen, änderte sich noch wenig im Lorey-Haus. Aber als 1939 der Krieg ausbrach, waren die Maßnahmen einschneidend!

Alle männlichen Mitarbeiter wurden eingezogen, auch der älteste Sohn Fritz, der sich bereits so erfolgreich auf dem Sektor Küchentechnik bewährt hatte. Er hatte erreicht, dass Lorey die Alleinvertretung von Frigidaire, damals der führenden Firma für Kühlgeräte in Hessen-Nassau, übertragen wurde.

1944 mit einer letzten Nachricht aus Cherbourg, wurde Fritz als vermisst gemeldet, was eine tragische Nachricht für die Familie, für die Eltern Arnold und Johanna Keller, war. Inzwischen hatten die Luftangriffe am 19. Januar, 22. Februar und am 22. März auf Frankfurt das Haus, das Arnold Keller mit so viel Passion aufgebaut hatte, in Trümmer gelegt. Alle Verantwortung für den Wiederaufbau lag nun auf den Schultern des jüngeren Sohnes Karl.

1946 beging man bei Lorey das 150-jährige Jubiläum. Das war kein Fest, da zu viele noch nicht wieder zurückgekehrt waren. Sie waren in Lagern, sind an der Front gefallen oder bei den Luftangriffen umgekommen. „Trotzdem“, sagte Arnold Keller, „soll man große Daten nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen.“

5. Generation: Karl Keller (1908 – 2010)

In den folgenden Jahren konnte Arnold Keller noch erleben, wie sein Sohn Karl und seine Frau Elisabeth die Häuser in der Schillerstraße16 /Große Eschenheimer Straße 11 wieder aufbauten, wie sein Geschäft wieder Zukunft hatte.
Nach der Währungsreform 1948 stehen die Kunden vor Lorey Schlange. Die Regale sind endlich wieder voll und die Nachfrage ist riesig. Handelsbeziehungen werden erweitert und internationalisiert. Das Wirtschaftswunder beginnt und das Handelsunternehmen blüht auf. Im Jahr 1957 erwirbt Karl Keller die Firma „J.M. Behaghel & Sohn“ in Frankfurt. Behaghel ist zu dieser Zeit das älteste Porzellangeschäft in Europa.

Im Jahr 1958 kaufte Karl Keller das bekannte Geschäft „Franz Steigerwalds Neffe“  in München. Doch die Expansion ging weiter: 1968 wird eine Behaghel-Filiale in Wiesbaden errichtet. 1972 erfolgt der Bau des „Lorey Großküchencenters“ in Dreieich-Sprendlingen. Die bisherigen Räumlichkeiten für den Gastronomie- und Hotelgroßhandel in der Frankfurter Innenstadt waren zu klein geworden. 1973 wird direkt im Stadtzentrum von Wiesbaden eine 600 qm große Lorey-Filiale eröffnet und auch im Frankfurter Nordwestzentrum entsteht eine Lorey-Filiale.

6. Generation: Jochen Keller (*1940)

Im Jahr 1975 übernahm Karls und Elisabeth Sohn Jochen Keller die Lorey-Gruppe in der sechsten Generation. Erfolgreiche Jahre führten zu weiteren Geschäftsübernahmen und Eröffnungen. So konnte Jochen Keller 1983 in Zürich das renommierte Fachgeschäft „Sequin-Dormann“ und 1987 in St. Gallen das alteingesessene GPK-Geschäft „Schmidthauser & Ruckstuhl“ übernehmen. 1988 wird die Lorey-Filiale im Nordwestzentrum geschlossen und dafür auf der Bad Homburger Louisenstraße ein Lorey-Geschäft eröffnet.1994 weiht Jochen Keller am Frankfurter Flughafen im Terminal 1 B eine weitere kleine Behaghel-Filiale ein.
1995 werden die Geschäftsräume im Lorey-Stammhaus in der Schillerstraße umfangreich modernisiert. Zum 200-jährigen Geschäftsjubiläum ein Jahr später gibt es einen großen Jubiläumsverkauf in den drei Lorey-Geschäften.

1998 tritt Jochens Sohn Philipp kurz nach seinem Studium in das Unternehmen ein. Eine Phase des Umbruchs beginnt. Das Einkaufsverhalten und der Lebensstil der Menschen ändern sich. Homogene Filialisten erobern die Städte. Die Lorey-Filiale in Wiesbaden muss geschlossen werden, weil der Eigentümer des Hauses seine Immobilie kernsaniert und die Miete extrem erhöht. Auch alle anderen Geschäfte – bis auf das seit jeher erfolgreiche Stammhaus in Frankfurt - können nicht fortgeführt werden und müssen nach und nach über einen Zeitraum von 10 Jahre schließen, teils wegen bevorstehender Mieterhöhungen, teils weil die Filialen nicht mehr rentabel waren. Im Jahr 2010 wird der Großhandel für Gastronomie- und Hotelbedarf an die Firma Lacher verkauft. Philipp Keller sieht seine Zukunft im klassischen Einzelhandel und konzentriert sich nun voll auf das Lorey-Stammhaus mit seinen 2.300 qm Verkaufsfläche. Von 2010 bis 2012 werden die Verkaufsräume von Lorey kernsaniert und der Eingang Schillerstraße neu gestaltet.

7. Generation: Philipp Keller (*1971)

2014 übernimmt Philipp Keller vollständig die Geschäftsanteile von seinem Vater. Im selben Jahr wird der Eingang in der Großen Eschenheimer Straße erneuert. Die Sortimente werden seither behutsam überarbeitet und teilweise erneuert. Im Jahr 2016 feiert Lorey seinen 220 jähriges Firmenbestehen. Zukunftsprojekte wie Digitalisierung im Verkaufsprozess und eine strategische Neuausrichtung befinden sich in der Planung.

Heute ist Lorey bundesweit eines der fünf größten Fachgeschäfte für gehobene Tisch- und Kochkultur, Lifestyle und Wohnaccessoires.

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